Gedanken zum Monat Januar: Alles wie früher? - Nein!

Wolfgang Schmitz ist Diözesanpräses für Menschen mit Gehörlosigkeit im Bistum Münster und Pastor im Dorf Enniger.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor einem Jahr war die Welt noch in Ordnung. Corona war kein Thema. Das Leben ging seinen gewohnten Gang. Und jetzt? Jetzt ist alles anders.

Viele Fragen sind da:

• Was wird das neue Jahr bringen?

• Gibt es einen guten Impfstoff und wann ist er für alle da?

• Kann ich bald wieder ohne Angst einkaufen gehen?

• Gibt es endlich wieder Treffen in den Vereinen und Gruppen?

• Kann ich bald wieder in den Urlaub fahren?

• Gibt es Treffen mit der Familie, mit Freunden und Bekannten?

• Können wir endlich wieder zusammen feiern?

Diese Fragen sind schon Wünsche für das neue Jahr:

Alles soll wieder „normal“ werden. Normal bedeutet „so wie früher“. Alles soll so werden wie vor einem Jahr. Aber geht das? Und: Möchtest Du das wirklich?

Vor einem Jahr gab es auch bereits große Probleme:

• Die Erderwärmung.

• Die Luftverschmutzung.

• Krieg in der Ukraine.

• Bürgerkrieg in Afghanistan.

• Hunger in Mali.

• Armut in Mittelamerika, Afrika und Asien.

• Viele Menschen waren auf der Flucht.

• Viele Menschen wollten nach Europa.

• Die Stadt Venedig hatte Angst, nicht vor Flüchtlingen, aber vor den Touristen, so viele Touristen sind gekommen und Kreuzfahrtschiffe.

Und ich kenne viele Menschen mit Gehörlosigkeit und auch Hörende, die sind nicht nur einmal, sondern gleich dreimal im Jahr in den Urlaub gefahren, oft auch mit dem Flugzeug.

Das ist nicht gesund für die Umwelt.

Soll alles wieder so werden wie vor einem Jahr?

Bei mir hat das letzte Jahr viel verändert. Ich brauche nicht alles, und ich muss nicht jedes Jahr neue Anziehsachen haben und eine neue Osterdekoration und… Dass ich lebe, ist nicht selbstverständlich, und dass meine Familie lebt und meine Nachbarin. Menschen und Begegnung sind mir wichtig, und das wünsche ich mir so sehr: Gottesdienst feiern, Kaffeetrinken im Verein ohne Angst und ohne Maske. Mit der Familie feiern.

Nein, es muss nicht alles so werden wie früher. Es darf nicht alles so werden wie früher.

Darum lohnt es sich, am Beginn des neuen Jahres 2021 einmal nachzudenken: Was sind meine Wünsche für das neue Jahr und was kann ich dafür tun?

„Frieden – Gemeinschaft – Sicherheit“, das sind große Worte, aber sie beginnen mit mir und mit Dir.

Ich bin mir sicher, Gott begleitet uns auch im neuen Jahr 2021. Du kannst ihm Deine Wünsche erzählen, aber Achtung, Gott ist keine Wunderlampe, die du reiben musst und alle Wünsche werden wahr*. Nein, Gott ist keine Wunderlampe! Aber Gott wird Dir den Rücken stärken und dich begleiten.

Ich wünsche Dir und Euch einen guten Start in das neue Jahr 2021, dass einige von Deinen Wünschen in Erfüllung gehen, und dass Du spürst, Gott segnet und begleitet Dich.

Dein (Euer) Wolfgang Schmitz

<< Zurück zur Startseite

Epheta Info

>> Näheres zu Bezugsbedingungen und Bestellung

Die Medien Partner - Logo

Herausgeber und Verlag

Die MedienPartner GmbH
Verlag epheta
Postfach 1107 - 77901 Lahr
Industriehof 6 - 77933 Lahr

Tel.: 07821 949925
Fax: 07821 42478

loeffel@die-medienpartner.de

Redaktionsleitung

Holger Meyer
Dwergter Str. 3
49696 Molbergen

Tel.: 04475 9278412
Fax: 03212 1235767
Fax: 04475 9278498

epheta@meyer.net