Ostergedanken

Der Auferstandene erscheint Maria Magdalena. Foto: Friedbert Simon/Pfarrbriefservice.de

Der Glaube an die Auferstehung Jesu aus dem Tod fällt immer mehr Menschen schwer. Im ältesten Evangelium nach Markus gehen die drei Frauen zum Grab Jesu, um ihn mit wohlriechenden Kräutern zu salben. Sie berichten von einem weggewälzten Stein und einem leeren Grab.

Die Osterzählung nach dem Markus-Evangelium sagt aber: „Die Frauen verließen das Grab und flohen, denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt“. Ein leeres Grab macht offensichtlich keinen Glauben.

Das Johannes-Evangelium erzählt von Maria von Magdala. Sie geht zum Grab voller Trauer, um den toten Jesus zu salben und zu ehren. Sie findet ein leeres Grab und vermutet ganz menschlich, dass der Leichnam weggebracht wurde. Da ist kein Glaube an die Auferstehung, kein Zeichen der Hoffnung. Und Petrus kommt angesichts des leeren Grabes auch nicht zum Glauben an die Auferstehung. Denn ein leeres Grab sagt nur und auch nicht mehr, das Grab ist leer – anders gesagt: Der Tote ist nicht hier.

Um zum Glauben an die Auferstehung zu kommen bedarf es mehr. Und davon sprechen wieder die Texte der Bibel. Jesus erscheint und spricht Maria an. Und da gehen ihr sozusagen die Augen auf, wie es auch die Jünger von Emmaus später ausdrücken. Damals erscheint Jesus den Jüngern, er lässt sich sehen und hilft damit den Aposteln, den Jüngerinnen und Jüngern zum Glauben.

Denn nur im Glauben kann ich die Auferstehung verstehen. Auferstehung heißt: „Gott ruft einen Toten in ein neues Leben. Gott ruft Jesus aus dem Tod und schenkt ihm ein anderes – ein neues Leben“. Da gibt es nichts zu sehen – schon gar nichts zu beweisen. Auferstehung, neues Leben, ewiges Leben kann ich nur im Vertrauen und Glauben an Gott annehmen.

Dabei können wir aber den Aussagen so vieler Zeugen dieses Glaubens vertrauen – den Aposteln, die für den Glauben ihr Leben einsetzen, dem gelernten Pharisäer Paulus, der sich später selbst Anhänger und Apostel Jesu nennt. – Seinem Wort kann ich vertrauen: „Ich habe den Herrn gesehen. Er ist mir erschienen“.

Und da sind die vielen Zeugen der gesamten Kirchengeschichte. Alle bekennen: Er ist auferstanden. Er lebt.

Das älteste Glaubensbekenntnis schreibt Paulus in seinem Brief an die Korinther (1 Kor 15,3): „Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäss der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäss der Schrift, und erschien dem Kephas (Petrus), dann den Zwölf.“

Ergänzend dazu fügt Paulus dann für seine Zeitgenossen eine weitere Liste von Auferstehungs-Zeugen an, denen der Auferstandene „erschienen ist“, „sich sehen ließ“, „sich geoffenbart hat“ oder denen er – in welcher Weise auch immer – begegnet ist und von denen die Mehrheit in den Jahren 55/56 (nach Christus) noch am Leben ist. Mit anderen Worten: Da könnt ihr hingehen und sie befragen.

Der Glaube an eine Auferstehung bedeutet also keine Rückkehr in ein neues irdisches Leben – keine Wiedergeburt wie es andere Religionen glauben.

Auferstehung Jesu meint endgültiges neues Leben, anderes, himmlisches Leben mit Gott, im Reich Gottes, das Jesus verkündet hat.

Auferstehung bedeutet nicht Fortsetzung eines irdischen Lebens. Auferstehung meint ein Leben in einem neuen, anderen, unvergänglichem ewigen Bereich Gottes zusammen mit Jesus Christus.

Der Tod ist sozusagen Brücke oder Tor zum neuen Leben. Der Tod ist Durchgang zu Gott – „Auferweckung und Auferstehung im Tod und aus dem Tod zum neuen Leben bei Gott“.

Auferstehung meint dann Aufnahme in jenen Bereich, der alles Vorstellen übersteigt, eine neue, allerletzte und ewige Wirklichkeit, die wir mit dem Namen „Gott“ benennen.

Der Tod ist dann „Heimkehr zu Gott“ oder „Aufnahme in seine Herrlichkeit“ und bedeutet für den Menschen ewige Zukunft in Gottes ewigem Licht.

Mit dem Apostel Paulus gesprochen: „Was kein Auge gesehen hat, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben“.

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Ich glaube an ein neues ewiges Leben nach dem Tod und damit an die Auferstehung und bekenne: Jesus Lebt! Jesus ist auferstanden! Halleluja!

Pfarrer em. Norbert Schulze Raestrup

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