OSTERN – Auferstehung vor unserem eigentlichen Tod

Hannes Fruth arbeitet in der Gehörlosenseelsorge des Bistums Regensburg. Foto: Annemarie von Schuster/Verfasser Text im Foto: unbekannt

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann ist Ostern? Wenn die Ostersträucher blühen, wenn die Narzissen aufgehen?

Wenn wir die Eier färben, die Kinder die Nester suchen? Wenn es die Osterhasen zu kaufen gibt, oder wir das österliche Brauchtum pflegen?

Wenn wir die gedruckte Ausgabe der „epheta“ in den Händen halten, befinden wir uns alle noch in der Fastenzeit. Und diese ist bekanntlich 40 Tage lange (ohne Fastensonntage). Somit fällt in diesem Jahr der Ostersonntag auf den 4. April. Vom Datum her stimmt das! Schließlich feiern wir Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Wenn wir aber das Osterfest weniger aus der kalendarischen Sicht betrachten, ist Ostern kein festes Datum! Ostern ist eher ein Übergang – ein Übergang vom Tod zum Leben – vom Tod zur Auferstehung! Und das sollte uns alle mit Hoffnung und Freude erfüllen, wie Rita Biste-Wessel in der letzten Ausgabe in den Gedanken zum Monat bereits ausgeführt hat!

Corona macht es schwer

Aber Corona macht es schwer für uns. Die lange Lockdown-Phase zehrt an unseren Nerven, unserer Geduld. Vielleicht schenken uns die für Ostern versprochenen Lockerungen (wenn sie bis dahin noch Gültigkeit haben) ein Gefühl der Freude und Zuversicht. Aber auch die Auferstehung selbst,

Ostern eben, sollte uns Christen in eine hoffnungsvolle und freudenreiche Stimmung trotz aller evtl. Widrigkeiten versetzen. Der Glaube an die Auferstehung kann uns Trost fürs Leben im Diesseits spenden! Denn ohne diese Hoffnung des Weiterlebens nach dem Tod wäre für uns mit dem Tod alles vorbei, zu Ende! Aber aufgrund unseres Glaubens an die Auferstehung sind wir Christinnen und Christen „Protestleute gegen den Tod“ (Christoph Blumhardt).

Auferstehung leben

Dieser Protest (Auferstehung von den Toten zum Leben) funktioniert aber nur, wenn wir dies praktisch in unserem Leben verwirklichen mit Wort und Tat! Denn der Tod tritt nicht erst ein, wenn wir physisch sterben (unser Körper/Leib stirbt).

Er regiert überall da, wo Kommunikation und Gemeinschaft abbricht, Ungerechtigkeit herrscht, Hass und Schweigen unser Leben vergiften. Und es gibt eine Auferstehung vor dem Tod, wenn Menschen wach und lebendig miteinander und füreinander leben.

Auferstehung vor dem Tod erlebt jeder und jede im Alltag

Die große Auferstehung Jesu, der Himmel, erschließt sich täglich in kleinen Erfahrungen des Lebens: Auferstehung aus dem matten Alltag, aus Sorgen, aus festgefahrenen Situationen, aus schlechter Laune, aus Stress und Qual.

Solch eine Auferstehung vor dem Tod erlebt jeder und jede anders: Einmal haben wir einen Schmerz um einen geliebten Menschen gespürt. Ein andermal haben wir erfahren, was Freundschaft ist. Einmal haben wir gespürt, dass ich am richtigen Platz war und geholfen habe, wo es nötig war.

All diese kleinen Auferstehungserfahrungen erschließen uns die Auferstehung Jesu. Sie geben uns Mut und Hoffnung, gerade auch in schweren Zeiten.

Übrigens: Auferstehung – Ostern ist auch in Coronazeiten nicht abgesagt!

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, gesegnetes Osterfest – besonders denen, die in diesen Tagen krank sind, besonders auch denen, die allein sind, die einsam sind und die unter dieser Einsamkeit leiden.

TIPP für alle, die sich einsam fühlen und eine kleine Auferstehungserfahrung machen wollen: Alle, die nach dieser langen Lockdown-Zeit sich einsam und leer fühlen, lade ich ein, sofern sie einen österlichen Gottesdienst besuchen können, dass sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen!

Zudem kann man nach dem Gottesdienst noch bedenkenlos im Freien vor der Kirche eine gemütliche, nette Unterhaltung in Einhaltung aller Corona- und Abstandsregeln wagen!

Dank Gebärdensprache muss man nicht so nah zusammenstehen!

Hannes Fruth

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