Gedanken zum Monat

Raus aus dem Schneckenhaus! © Michael Tieck/stock.adobe.com

„Öffne dich“! Raus aus dem Schneckenhaus!

Liebe Leserin, lieber Leser der epheta,

kennen Sie das Märchen „Ali Baba und die 40 Räuber“? Es ist in der Geschichten-Sammlung „1001 Nacht“ enthalten. In der Geschichte lesen wir: der einfache Mann Ali Baba hat eine geheime Räuberhöhle entdeckt. Er hat erfahren, mit den Worten „Sesam, öffne dich!“ kann man in die Höhle gelangen. Dort findet er viele Schätze und wird reich. Die Räuber werden später durch Ali Babas Frau besiegt.

 Epheta!

„Öffne dich!“ – dazu sagt man in der aramäischen Sprache „Hephatha“ oder „epheta“ – der Name dieser Zeitung! („Aramäisch“ – das war die Muttersprache von Jesus.) In der Bibel lesen wir im Evangelium nach Markus: Jesus berührt einen tauben Menschen an der Zunge und den Ohren, dann sagt er „Effata“, und dieser Mensch kann sofort hören und mit dem Mund sprechen. Ich weiß, viele Leute haben immer wieder überlegt, was bedeutet das für taube, gehörlose Menschen heute? Früher haben vielleicht manche Gehörlose gedacht, „Ich muss richtig an Jesus glauben, dann sagt er zu mir auch ‚effata‘ und ich kann hören!“ Wir wissen, so einfach ist das nicht! Ist die „Wunderheilung“ die richtige Antwort auf unsere Fragen und Probleme? Ich weiß z.B., dass viele sagen: „Effata“ bedeutet heute, ein Mensch wird nicht ausgeschlossen, weil er anders kommuniziert. Ein Mensch gehört dazu, zur Gesellschaft, zur Kirche, ganz gleich, ob er mit den Ohren hört, oder mit den Augen schaut, mit dem Mund oder mit den Händen spricht. „Effata“ bedeutet, die sogenannte „Behinderung“ schließt keinen Menschen von den anderen aus. Das ist die wirkliche „Heilung“, das wirkliche „Wunder“.

Wir sehen dabei, man sicher lange nachdenken, was „effata“/epheta für unsere Seelsorge bedeutet. Das soll aber heute nicht mein wichtigstes Thema sein. Nein, ein anderer Gedanke ist mir wichtig.

 Nicht im Schneckenhaus bleiben

Ich denke noch einmal an die Worte „Öffne dich!“ Das hat nicht nur mit den Augen und Ohren der Menschen zu tun! Ich denke an meine eigenen Erfahrungen. Ich bin ehrlich, manchmal bin ich sehr verärgert oder verletzt durch andere Menschen. Vielleicht habe ich manchmal einen Grund dazu. Vielleicht auch nicht. Wir sagen auch, ich bin „zu“, verschlossen. Ich bin in meinem Ärger wie eingesperrt. Verkrochen in einem Schneckenhaus. Ich will mit den anderen Menschen nicht reden, nichts zu tun haben. „Die kön­nen mich mal!“ – „Lasst mich in Ruhe!“ – „Mit denen will ich nichts mehr zu tun haben!“ Ich habe immer wie­der erlebt, Gott kann die­ses „Verschlossen sein“ auf­brechen! Ich habe das erfahren, z.B wenn ich bete. Dann kann ich mich nicht in meinen Ärger vergraben. Gott kennt meine tiefsten, innersten Gedanken. Ich kann mich nicht verstellen, ich brauche mich nicht zu verstellen. Gott kann zu mir sagen: „effata“ – „Öffne dich“ – komm aus deinem „Schneckenhaus“ heraus! Und ich denke, das ist immer eine große Befreiung.

Das Harte in uns wird weich, Zorn und Verkrampfung werden aufgelöst. Versöhnung, Neubeginn!

Frei werden

Jetzt bin ich wieder bei Ali Baba. Er fand einen Schatz, er hat ein reiches Leben geführt, später. Auch wenn es für ihn und seine Familie danach noch ein paar Probleme gab, hatte er keine wirklichen Sorgen mehr.

Jawohl, ich denke, wenn Gott mein hartes Inneres aufschließt, ist das die Öffnung zu einem Schatz, zu Versöhnung, zu Freude, zu Wärme, zu Hoffnung im Leben.

Liebe Leserin, lieber Leser, mein Vorschlag ist: Jedes Mal, wenn ihr den Namen dieser schönen Zeitung lest, denkt daran: „Öffne dich!“. „Komm heraus aus Deinem Schneckenhaus!“ – Gott möchte dich und mich frei machen, dass wir nicht am Ärger ersticken, sondern ein reiches, schönes Leben haben!

Peter Brinker

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