Gedanken zum Monat August

Albin Zeck ist Gehörlosenseelsorger im Erzbistum Bamberg.

Was ist da los in der Natur?

Der August beginnt oft sehr heiß. Diese Hundstage sind oft die heißesten Tage im ganzen Jahr. Später sind die Tage oft warm, aber die Nächte werden kühl.

Diese Zeit gegen Ende August heißt dann auch Spätsommer. Ganz am Ende vom August kommt häufig ein Kälte-Einbruch mit Schnee in den Bergen. Das Wetter ist also ziemlich extrem. Die Sonnenschein-Dauer nimmt stark ab. Der August feiert zuerst den Sommer und erinnert am Ende daran: Es geht auf den Winter zu.

Wenn du gesund mit der Natur leben willst, dann nimm viel Sonne und Wärme in dich auf. Nutze das Tageslicht, es wird bald viel weniger. Deine Psyche kann bewusst Abschied nehmen vom Sommer und sich darauf einstellen: die Tage werden kürzer und dunkler und kühler.

Was ist los bei den Menschen?

In vielen Bundesländern enden im August die Ferien. Im Süden Deutschlands beginnen sie erst. Es ist Zeit für Erholung. Das Leben läuft ruhiger ab. Der Monat August ist ziemlich stressfrei. Viele Feste werden gefeiert: Kirchweih und Kirmes. Das verbindet die Menschen in den Dörfern und Stadtteilen. Man sagt, das erzeugt soziale Wärme und Nähe zwischen den Menschen.

In Augsburg gibt es z. B. das Friedensfest, seit 1650 am 8. August. Die Stadt feiert den Frieden zwischen Katholiken und Protestanten nach dem 30-jährigen Krieg und heute die Einigkeit der beiden Konfessionen.

In diesem Jahr müssen viele Feste ausfallen. Große Veranstaltungen sind noch nicht erlaubt oder sehr eingeschränkt.

Die meisten Gehörlosen-Vereine lassen Zusammenkünfte noch ausfallen. Viele befürchten eine zweite Corona-Welle.

Die großen Volksfeste wird es nicht geben. Da mischen sich auch die Gehörlosen gerne unter die hörenden Leute.

Aber kleinere Treffen sind möglich. Ich empfehle allen, die wegen Corona immer noch zuhause bleiben: Vergesst nicht, der Monat August ist eine gute Zeit hinauszugehen. Sonne tanken, mit den Mitmenschen feiern, Gemeinschaft pflegen.

Das Tageslicht ausnutzen. Das ist gut für die Seele. Habt Mut.

Was ist los in der Kirche?

Im Monat August gibt es in der Kirche zwei Feste, die an Ostern erinnern. Ja!

Am 6. August die Verklärung Jesu auf dem Berg. (Mt 17,1-9)

Am 15. August Maria Himmelfahrt oder besser: Maria – mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. In Bayern, dem Saarland, Österreich Belgien und Frankreich ist es sogar ein Feiertag, auch in der Stadt Warendorf im Münsterland. Warum erinnert das Fest an die Auferstehung – an unsere eigene Auferstehung?

Am 15. August feiern wir unsere Zukunft und Hoffnung: dass wir – wie Maria – ganz bei Gott ankommen; dass Gott uns am Ende bei sich aufnimmt. Leib bedeutet dabei nicht den (toten) Körper, sondern den lebendigen, persönlichen Körper. Also die Art, wie jemand sich bewegt und gebärdet, wie jemand geht und sich verhält. Die Psyche und die Lebensgeschichte beeinflussen und formen den Körper. In ihrem Leib erkennen wir die Person. Wir haben einen Körper, aber wir sind Leib. Dich als Persönlichkeit nimmt Gott bei sich auf, wenn du stirbst. Das feiern wir am 15. August für Maria und für uns alle. Wir werden uns wiedererkennen bei Gott. Die Verklärung von Jesus ist in Wahrheit eine Ostergeschichte. Jesus erscheint den Jüngern auf dem Berg im Licht Gottes. Erzählt wird, was die Jünger an Pfingsten begreifen: Jesus ist von Gott geschickt, wie Mose und Elia, er ist sogar Gottes geliebter Sohn. Er geht von Galiläa nach Jerusalem. Dort wird er sterben – und auferstehen! Das Fest am 6. August erinnert uns noch einmal an Ostern – mitten im Sommer.

Licht und Wärme für Körper, Seele und Geist, das schenkt uns der Monat August, besonders wenn wir unseren Glauben feiern.

 

Albin Zeck

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